23. Septembre 2012, par Anne

Alles hat ein Ende

Liebe Leserinnen und Leser

 

Auch der längste Alpsommer ist irgendwann vorbei – nächste Woche fahren wir ab.

 

Endlich, denkt ein Teil in mir, denn die Kräfte sind verbraucht und die Erschöpfung gross, während ein anderer Teil in mir mit Wehmut und Abschiedsschmerz beim Verrichten vieler Dinge denkt, das machst Du nun zum vorletzen Mal. So ist das eben, wenn einem etwas ans Herz gewachsen ist.

 

Der Käsekeller ist rappelvoll. Die ersten Käselaibe sind schon ins Tal gezügelt worden, damit ich oben überhaupt noch weitere verstauen konnte. Die Tiefkühltruhen sind mit Butter gefüllt, der Vorrat sollte bis zum nächsten Sommer reichen.  Die Tiere sind dick und rund gefressen, Rinder und Kälber ein grosses Stück gewachsen. In all dem steckt der diesjährige Alpsommer, der so schnell vergangen ist, dass ich mich manchmal frage, wo die Wochen geblieben sind.

 

Abfahrt von Lidernen

Vergangenen Mittwoch haben Markus und ich die Rinder von der Alp Lidernen geholt. Die Tiere müssen einen längeren steilen Abstieg bewältigen und schon im letzten Jahr hat es mich erstaunt, wie gut sie das schaffen. Aber so ein Alpsommer trainiert die Tiere, sie sind es gewohnt, sich im steilen und ausgesetzten Gelände zu bewegen. Der Rückmarsch zur Rotmatt dauerte etwa zweieinhalb Stunden und kostete uns wahrscheinlich mehr Kraft als die Tiere. Diese haben nämlich nur eins im Kopf – Gras – und fragen nicht danach, wem die Weide gehört, von der sie fressen. Sie davon abzuhalten, unterwegs fremdes Gras zu fressen, war also das Eine, sie dazu zu bringen, vorwärts zu machen, das Andere. Ich lockte sie vorn und Markus trieb sie von hinten und so ging es Kilometer für Kilometer abwärts. Und dann sind Rinder ja so neugierig… andere Kühe, Ziegen, Ställe, Autos, all das interessiert sie mehr als die beiden komischen Typen, die laut rufen und mit Stöcken herumfuchteln. Als wir am frühen Abend auf der Rotmatt ankamen, waren Rinder und Menschen froh, den Weg geschafft zu haben.

 

Nun weiden 26 Kühe, 10 Rinder und 5 Kälber auf den Hängen der Rotmatt und für so viele Tiere reicht das wenige Gras, was noch da ist, nicht sehr lange. Darum heißt es nächste Woche abfahren und Ende Alpsommer. Doch die Geschichten von der Rotmatt sind damit noch nicht zu Ende, im Gegenteil, ich hoffe, endlich wieder mehr Zeit zum Schreiben zu haben. Denn die Käsegeschichte steht ja noch aus…

 

Eine gute Woche wünscht Ihnen herzlich

 

Anne Weber

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